Die GemüseAckerdemie ist ein Bildungsprogramm von Acker

Acker Porträt 25. September 2025 Judith Holly

Der Acker als Workout für die Umwelt: Wie Schüler*innen im Gymnasium ihr Wissen zu Natur, Nachhaltigkeit und Ernährung trainieren

Hände hoch für Klima, Kürbis und Kohlrabi. – Die Schüler*innen freuen sich über ihre ertragreiche Ernte. Acker Österreich

Am Gymnasium Josefstraße in St. Pölten wird seit diesem Jahr geackert. Die Schüler*innen und Lehrer*innen leisten damit nicht nur einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz, sondern zeigen auch wie sich der Gemüseanbau in den Schulalltag integrieren lässt. Ob im Kunstunterricht, in der Physikstunde oder bei Tätigkeiten im Labor, der Acker wird am Gymnasium vielseitig genutzt. Mit Anfang des neuen Schuljahres haben wir gemeinsam mit der „Schwarzenegger Climate Initiative“ die Kinder und Jugendlichen beim Garteln besucht und uns angesehen, wie ein Workout für die Umwelt konkret aussehen kann. 

Reif für die Ernte

„Können wir schon etwas ernten?“, fragen zwei Schülerinnen ungeduldig die AckerCoachin Judith, bevor es im Garten überhaupt losgeht. „Schau mal, wie viele Kürbisse da sind!“, rufen die Burschen ihrer Lehrerin Katja zu. Heute findet am Gymnasium in der Josefstraße der letzte begleitete Pflegeworkshop der diesjährigen Ackersaison statt. Die Kinder können es kaum erwarten ihre Hände in die Erde zu stecken und das ausgereifte Gemüse in den Beeten zu ernten. Über die Sommerferien hat sich im Schulgarten einiges getan: Der Popcornmais hat große Kolben bekommen, die Hokkaidokürbisse sind rund und schwer geworden und die Buschbohnen haben ihre Farbe verändert. Alle sind überrascht, wie viele Früchte die Pflanzen noch tragen. Gemeinsam mit der AckerCoachin machen die Kinder einen Rundgang am Acker und Judith erklärt, was es heute zu tun gibt. Gestartet wird mit der Beetpflege. Eifrig beginnen die Schüler*innen mit dem Hacken, um den Boden aufzulockern.

Nachhaltigkeit am Acker trainieren

Auch Hanna und Melanie von der „Schwarzenegger Climate Initiative“ sind heute dabei. Sie möchten den Schulgarten in St. Pölten als einen Lösungsansatz für den gemeinsamen Klima- und Umweltschutz präsentieren. Im Rahmen ihrer Kampagne „Pump for the Planet“ vermitteln sie, wie wir mit nachhaltigen Handlungen und Verhaltensweisen einen wichtigen Beitrag für unser Klima leisten. Ein Workout für die Umwelt, dass ähnlich wie ein Workout für die Muskeln funktioniert und in unsere alltäglichen Routinen einfließen soll.

Laborunterricht im Gemüsebeet 

Das Ackern hat sich am Gymnasium in St. Pölten schon gut in den Schulalltag integriert und ist für die Kinder mittlerweile zu einem wöchentlichen „Workout“ geworden, erzählt uns die AckerLehrerin Katja. Sie unterrichtet Biologie und kann den Schulgarten sehr oft in ihrem Unterricht nutzen. 

Aber auch in anderen Fächern werden Ackerstunden organisiert. Katja erzählt uns, dass der Physiklehrer den Schüler*innen mit den Gartengeräten die Hebelwirkung erklärt hat und, dass im Kunstunterricht Gemüse- und Obstmodelle aus Maschendrahtzaun gebaut werden. Die Schule hat einen naturwissenschaftlichen Zweig mit Laborunterricht. Ab der 3. Klasse werden hier neben wissenschaftlichen Methoden wie sezieren oder mikroskopieren auch Verarbeitungstechniken von Lebensmitteln erprobt. Die Kinder haben mit der Ernte vom Acker schon Kürbissuppe, Salate und Aufstriche zubereitet.

Das Lehrer*innenkollegium in der Josefstraße ist sehr engagiert. Am Gymnasium gibt es über zehn AckerLehrer*innen, die beim Projekt dabei sind und den Garten regelmäßig im Unterricht nutzen. Trotz anfänglicher Skepsis, ob das Gemüse denn auch gut wachsen wird, haben bei der Einrichtung des Ackers alle mit angepackt.

Mit allen Sinnen erleben, lernen und genießen

Zurück im Schulgarten sind die Kinder mit den letzten AckerTätigkeiten beschäftigt. Katja erzählt, dass hier alle meist sehr konzentriert sind: „Meine Schüler*innen entwickeln beim Ackern eine Art „Tunnelblick“. Sie sind dann voll bei der Sache. Diese Momente finde ich wichtig und schön.“ Weiters berichtet sie, dass der Gemüseanbau einen tollen Ausgleich zum Unterricht im Klassenzimmer bietet: „Die Tätigkeiten draußen im Garten helfen sehr, um den Schulalltag abwechslungsreicher zu gestalten. Weg von der Kopfarbeit, hin zur Bewegung.“

Das geerntete Gemüse sammeln die Schüler*innen auf der Wiese neben den Beeten. Einiges davon wird direkt verkostet. Die AckerCoachin schneidet eine Knolle Kohlrabi in kleine Stücke. Fast alle Kinder probieren. „Normalerweise mag ich den Kohlrabi nicht, aber am Acker schmeckt er mir“, erzählt ein Kind verwundert. „Dürfen wir noch Tomaten essen?“, fragen die Schüler*innen, die das Tomatenbeet vom Unkraut befreit haben. Alle erfreuen sich an der Ernte und sind gespannt auf die nächste AckerSaison.  

Auch deine Schule will für Natur und Umwelt trainieren?