AckerReportage 18. August 2022

Ab in die Erde: Die Pflanzungen an unseren Schulen und Kitas

Ab in die Erde! An den 1.300 Schulen und Kitas unserer Bildungsprogramme blühen die Äcker nach den ersten beiden Pflanzungen Acker e. V. / Kita Ernst-Haeckel-Straße Rostock

Über 55.000 Kinder haben dieses Jahr in unseren Bildungsprogrammen ihre Hände in die Erde gesteckt und ihr eigenes Gemüse gepflanzt. Klar, dass bei 1.300 Lernorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz die unterschiedlichsten Herausforderungen zu bewältigen waren. Lies hier, wie die Kinder, Pädagog*innen und viele Helfer*innen bei den Pflanzungen ins Schwitzen, Schmunzeln, Schlemmen und Staunen kamen.

Jede AckerSaison beginnt mit einem Highlight: Bei den Pflanzungen bringen Kinder und Pädagog*innen im Rahmen unserer Bildungsprogramme gemeinsam Jungpflanzen und Saatgut in die Erde. Unterstützt werden sie dabei von unseren erfahrenen AckerCoaches, die den Lernorten bei den Pflanzungen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Gut geplant ist halb gepflanzt

Doch bevor sich die Kinder auf ihre Spaten stürzten, griffen sie vielerorts erst zu Schere, Stift und Papier, um sich kreativ auf die Pflanzungen vorzubereiten:

Die Schüler*innen der Recklinghausener Grundschule im Reitwinkel bauten ihre Ackerfläche im Schuhkarton nach – Gemüse und Gartenwerkzeuge inklusive. Ganz schön clever, denn so konnten sie sich den Anbauplan räumlich vorstellen und bei der Pflanzung perfekt in die Tat umsetzen.

Auch die Schüler*innen der KreativitätsGrundschule in Berlin-Friedrichshain machten ihrem Schulnamen alle Ehre. Ihre selbstgebastelte Riesenmöhre kündigte die bevorstehende Pflanzung unübersehbar im Schulfoyer an. Mit Erfolg: 28 begeisterte Kinder und sieben AckerLehrer*innen folgten dem Aufruf, schnappten sich einen Spaten und gingen gemeinsam ans Werk.

Beherztes Spatenschwingen von der Nordsee bis nach Wien

Ackern kann Berge versetzen – das bewies die Kita „Spatzennest“ in Aspenstedt (Harz) auf eindrückliche Weise: Wo noch im Februar ein unwegsamer, meterhoher Hügel thronte, gedeiht seit Mai ein bunt bepflanzter Acker – vielen helfenden Händen sei Dank. Eine besondere Herausforderung hatte die Pflanzung an der Otto-Nagel-Grundschule im brandenburgischen Nuthetal zu bieten: Laut Anbauplan fehlte noch ein Beet! Kein Problem für die findigen Schüler*innen und Lehrer*innen, die buchstäblich um die Ecke dachten und das fehlende Beet in der Ecke neben dem Geräteschuppen aushoben.

Bei all der körperlichen Arbeit flossen an unseren Lernorten neben Schweißtropfen auch Lachtränen: „Wie nennt man einen Salat, der ständig an deine Türe klopft?“, fragte eine Schülerin der Wiener Volksschule Rzehakgasse ihre Mitschüler*innen. Auf die Antwort folgte lautes Gelächter: „Einen Klopfsalat!“

Zusammen pflanzen heißt zusammenwachsen

Dass Ackern nicht nur die Muskeln, sondern auch den Zusammenhalt stärkt, erlebten die Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern der Marienschule in Ochtrup. Dem harten, lehmigen Boden des Münsterlandes rückten sie mit Spaten, Mistgabeln, Hacken und vereinten Kräften zu Leibe. Nach dem Umgraben ging’s dann endlich ans Säen und Pflanzen – bis Stunden später alle erschöpft, aber mit gestärktem Wir-Gefühl den gemeinsam bestellten Acker bewunderten.

Natürlich gab’s auch viel zu entdecken und zu lernen, was vor allem unseren engagierten AckerCoaches zu verdanken war. Mit Know-how, Enthusiasmus und der nötigen Portion Geduld erklärten sie den Kindern die verschiedenen Pflanztechniken und Methoden des Gemüseanbaus. Bei der Vorstellung der vielfältigen Gemüsearten lernten die Kinder weniger bekannte Pflanzen wie Palmkohl und Pastinaken kennen und durften die eine oder andere Jungpflanze bestaunen.

Doch damit hatte die Entdeckungsreise der kleinen Naturforscher*innen erst begonnen: Ob es der versteinerte Seeigel oder die Begegnung mit einem dreißig Zentimeter langen Regenwurm war – das Buddeln auf dem Acker gab den Kindern zahlreiche Gelegenheiten, Neues zu erkunden und Berührungsängste zu überwinden.

Die Pflanzungen an 1.300 Lernorten vorzubereiten, zu koordinieren und umzusetzen – diese Mammutleistung meisterten unsere Teams in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Herz, Spaten und Bravour. Dabei galt es auch auf individuelle Besonderheiten Rücksicht zu nehmen, denn jeder Acker ist einzigartig. An einem besonders exotischen Ort befindet sich der SchulAcker der Bremer Oberschule Sebaldsbrück, die ihr Gemüse auf einer Galopprennbahn anbaut. In rekordverdächtiger Kulisse ackern außerdem die Schüler*innen des Bildungszentrums Markdorf am Bodensee – stolze 300 Quadratmeter Anbaufläche belohnen vollen Einsatz mit fetter Ernte.

Ackern in Funk und Fernsehen

Dass sich die Äcker unserer Lernorte sehen lassen können, wissen auch die Medien. Journalist*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgten der Einladung vieler Schulen und Kitas und erschienen mitsamt Fotograf*innen und Kamerateams zu den Pflanzungen.

Filmreife Action gab’s auf dem Acker der Kita Pusteblume im rheinland-pfälzischen Weitersburg, über deren erste Pflanzung das SWR-Fernsehen berichtete. „Klappe, die Erste!“, hieß es auch bei der AWO Kita Anne Frank in Fürstenwalde, die sich über den Besuch eines RBB-Filmteams freuen durfte.

An der Erlöser-Mittelschule in Bamberg steckte gar die bayerische Staatsministerin Melanie Huml ihre Hände in die Erde, um mit den Kindern Zucchini, Gurken und Kürbisse zu pflanzen – und das Konzept der GemüseAckerdemie anschließend in höchsten Tönen zu loben.   

Zweite Pflanzung, erste Ernte

Während die Kinder bei den zweiten Pflanzungen unter anderem junge Tomaten, Kürbisse und Mais pflanzten, konnten sie manche Gemüsearten der ersten Pflanzung bereits ernten – und so den Kreislauf der Natur mit allen Sinnen erleben. Das Knacken beim ersten Biss ins frisch geerntete Radieschen gehörte dabei ebenso zum Acker-Soundtrack wie ein überraschtes „Lecker!“ – zum Beispiel von Kindern, die zum ersten Mal eine vorher unbekannte Gemüseart ausprobierten.

In vielen Schul- und Kita-Küchen duftete es anschließend nach Gemüseleckereien wie Mangoldstrudel und Rote-Bete-Brownies. Der Wiesenkindergarten des urwüchsig e. V. im kurpfälzischen Edingen machte den Acker gleich zur Freiluftküche und verfügt nun über eine eigene Feuerstelle. Dort konnten die Kinder nach der ersten Ernte gemeinsam mit ihren Erzieher*innen ein Zucchinibrot zubereiten und sogar ihre Lieblingsmahlzeit kredenzen: Acker-Pizza mit selbst angebauten Erbsen und Tomaten!

Möhre, wem Möhre gebührt!

Wir bedanken uns bei den vielen Händen und Köpfen, die über 55.000 Kindern in diesem Jahr das Ackern an ihren Lernorten ermöglichen: Den Lehrer*innen, Erzieher*innen, Lernort-Leiter*innen, AckerCoaches, AckerBuddys und ehrenamtlich Engagierten, sämtlichen Acker-Mitarbeiter*innen in den Regionen und der Zentrale, allen Unterstützer*innen und Spender*innen von ganzem Herzen ein dickes Möööhrci!

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