Von Haltung zu Handlung: AckerFestival 2025 gestaltet Zukunft
Acker e. V. / Kristian Barthen
Zwei Tage voller Mut, Miteinander und Machen: Am 10. und 11. September 2025 wurde die Berliner Malzfabrik zum Spielfeld für Zukunftsgestaltung. Über 1.000 Menschen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft kamen zum AckerFestival, um unter dem Motto Fair Play gemeinsam anzupacken. Initiiert vom Sozialunternehmen Acker, bot das Festival Raum für ehrlichen Austausch, spielerische Experimente und konkrete Lösungen, wie systemischer Wandel gelingen kann – von klassischen Konferenzformaten über Live Public Coaching bis hin zum Markt der Möglichkeiten.
In über 50 Sessions setzten mehr als 100 Speaker*innen – darunter Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel, Autor Marc-Uwe Kling, Start-up-Ikone Waldemar Zeiler und Viva con Agua-Gründer Micha Fritz – kraftvolle Impulse für Veränderung. Ob Ernährung, Bildung, Wirtschaft, Politik oder Klima: Die fünf Festival-Tracks machten deutlich, wie eng diese Zukunftsthemen zusammenhängen. Der gemeinsame Nenner: Wandel gelingt nicht nebeneinander, sondern nur miteinander.
Dr. Christoph Schmitz, Gründer und Geschäftsführer, Acker: „Silos aufbrechen, alle an einen Tisch bringen, Allianzen schmieden – das ist der Sinn des AckerFestivals. Zukunft ist kein Spiel. Wir müssen gemeinsam handeln – mit Haltung, mit konkreten Lösungen und mit dreckigen Händen.“
Politik und Gesellschaft: Aufbruch statt Aussitzen
„Wenn nicht mit fairen Regeln gespielt wird, dann wird es Zeit, neue zu schreiben! (...) Man darf auf das Unwahrscheinlichste hoffen. Und wenn alles hoffnungslos erscheint: Weitermachen“, so Baro Vicenta Ra Gabbert, Greenpeace, in ihrer Eröffnungs-Keynote mit Newsfluencer Fabian Grischkat „Keine Zukunft ist auch keine Lösung“. Die Herausforderungen unserer Zeit dulden keinen Aufschub. Klimakrise, soziale Ungleichheit und Bildungslücken fordern Mut, Haltung und entschlossenes Handeln. Es braucht politische Rahmenbedingungen, die Wandel ermöglichen und eine Zivilgesellschaft, die diesen aktiv mitgestaltet. Der Aufbruch beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – für sich, für andere und für morgen.
Wirtschaft und Nachhaltigkeit: Kapital trifft Verantwortung
Im Track „Wirtschaft & Nachhaltigkeit“ wurde deutlich: Die großen Hebel für eine zukunftsfähige Gesellschaft liegen nicht nur in Technologien oder politischen Rahmenbedingungen – sondern vor allem in der Art, wie Kapital gelenkt und Verantwortung wahrgenommen wird. Ob durch nachhaltige Investitionen, faire Lieferketten oder unternehmerische Selbstverpflichtung: Wirtschaftliche Akteur*innen haben die Macht, Wandel zu gestalten – und die Pflicht, ihn mitzutragen. „Unternehmen müssen erkennen, dass sie Teil eines Problems sind und ganz kräftig dazu beitragen, Teil der Lösung zu werden, um dann auch Konsumenten bessere Lösungen anbieten zu können“, so Dr. Antje von Dewitz, VAUDE.
Ernährung und Gesundheit: Vom Acker auf den Teller
Ernährung ist mehr als eine Frage des Geschmacks – sie ist ein gesellschaftlicher Treiber für Gesundheit, Bildung und Nachhaltigkeit. „Für den Wandel müssen die gesunden und nachhaltigen Optionen verfügbar, erschwinglich und attraktiv sein“, so Stefanie Wunder, Agora Agrar. Die Acker Festival-Sessions machten deutlich: Ernährung muss ganzheitlich gedacht werden. Veränderung beginnt in Kantinen, Kitas und Familien – durch pflanzenbetonte Angebote und Ernährungsbildung. Wer Boden, Anbau und faire Verteilung mitdenkt, gestaltet Zukunft.
Bildung und Lernen: Haltung trifft Lernort
Zukunftsbildung braucht mehr als neue Inhalte – sie braucht neue Perspektiven: „Schule muss ein Ort werden, wo Kinder merken: Ich kann das“, forderte Bildungsaktivistin Caroline von St. Ange. Die entscheidenden Faktoren liegen in der Haltung, mit der wir Bildung denken, und in den Räumen, die wir fürs Lernen öffnen. Das Ackerfestival zeigte, wie Bildung Selbstwirksamkeit stärkt, Beziehung fördert und Wandel ermöglicht. Denn wer heute anders lernt, gestaltet morgen anders.
Klima & Natur: Kipppunkte und Bodenhaftung
Die Klimakrise ist kein fernes Szenario, sondern eine reale Herausforderung mit konkreten Kipppunkten – „Die Dominosteine für die Kipppunkte sind wir auch selbst. Jedes Mal, wenn wir diskutieren, anfangen zu handeln, dann stoßen wir die Dominosteine für einen positiven Kipppunkt an“, zeigte Klimajournalistin Louisa Schneider eindrucksvoll anhand der Ergebnisse ihrer Recherchereise an fünf Orte. Auch in weiteren Sessions wurde klar, dass Natur nicht nur bedroht ist, sondern auch voller Lösungen steckt. Mit Wissen über ökologische Zusammenhänge wächst unsere Bereitschaft, selbstwirksam zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Denn wer Klima und Natur schützen will, muss verstehen, wie alles zusammenhängt.
WER STECKT DAHINTER?
Acker-Gründer Dr. Christoph Schmitz hat 2014 nach einem Weg gesucht, das kollektive Bewusstsein für mehr Wertschätzung für Natur und Lebensmittel zu fördern. Mit Bildungsprogrammen für Kitas, Kindergärten und Schulen und Angeboten für Unternehmen, Nachbarschaften und Pflegeeinrichtungen macht Acker erfahrbar, wie viel Arbeit und wie viel Freude in frischem Gemüse stecken. Das Sozialunternehmen beschäftigt über 200 Mitarbeitende und rund 420 ehrenamtliche Helferinnen. An der Schnittstelle von Bildung, Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung integriert Acker Naturerfahrung und Wissen wirkungsorientiert und wissenschaftlich fundiert in den Bildungsalltag. Vielfache Auszeichnungen, wie die nationale Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Deutschen UNESCO-Kommission oder der Deutsche Nachhaltigkeitspreis unterstreichen den Erfolg. Das erklärte Ziel: Bis 2030 jedem Kind Zugang zu einem naturnahen Lernort zu ermöglichen.