Ganz nah am Grünen Puls: Acker auf dem GreenPulse Festival der elobau Stiftung
Diana von Acker begeistert eine interessierte Besucherin. Acker e. V.
Am 25. und 26. Juli 2025 fand im Schloss Achberg bei Ravensburg das GreenPulse Festival der elobau Stiftung statt. Unter dem Motto Natur, Nachhaltigkeit, Kultur und Begegnung kamen zahlreiche Initiativen, Expert*innen und Interessierte zusammen, um Ideen wachsen zu lassen und neue Impulse zu säen.
Auch Acker e.V. war mit einem Stand vertreten. Dort informierten Hanna und Diana über unsere Bildungsprogramme. Die Gäste, die trotz des Wetters den Weg zum Festival fanden, zeigten durchweg großes Interesse an Themen wie Umweltschutz und nachhaltiger Bildung. Besonders wichtig war für uns auch der grenzüberschreitende Einsatz: Hanna war als Regionalkoordinatorin der westlichen Region von Österreich vor Ort – eine Vertreterin von Acker Österreich, denn gerade hier in der Grenzregion wollen der deutsche Acker e.V. und Acker Österreich Hand in Hand und Spaten an Spaten zusammenwirken.
Das Festival selbst bot eine bunte Vielfalt wie ein gut gepflegtes Beet: Workshops zu Naturfotografie, Vogelstimmen und Heilpflanzen, Vorträge, musikalische Beiträge des Orchesters des Wandels und die „Biodiversitäts-Show“ des Künstlers und Biologen Dominik Eulberg. Ergänzt wurde das Programm durch Kunstaktionen, den Acker-Stand und Mitmachformate – ein reicher Nährboden für Austausch und Inspiration. Eigene Eindrücke vom Festival könnt ihr in diesem Youtube-Video gewinnen.
"Ein neues Bewusstsein und eine Verbindung zur Natur entwickeln" – Peter Aulmann von der elobau Stiftung im Interview
Für Acker e.V. erwiesen sich besonders die Begegnungen im Raum Ravensburg als fruchtbar. Am Stand entwickelten sich inspirierende Gespräche, aus denen neue Kontakte und mögliche Kooperationen keimen konnten.
Die Teilnahme wurde durch die Elobau Stiftung ermöglicht, die Acker e.V. auch grundsätzlich unterstützt und damit dabei hilft, die Saat für nachhaltige Bildungsarbeit weiter auszubringen. Und das sagt Peter Aulmann zu der Acker-Teilnahme beim GreenPulse Festival:
Acker: Was war die Idee hinter dem GreenPulse Festival und was hat das Festival aus deiner Sicht bewirkt?
Peter Aulmann: Wir wollten ein Festival organisieren, das voller Anregungen, Perspektiven und Einblicken in das weite Feld der Nachhaltigkeit steckt. Und das gleich auch noch in unterschiedlichsten Formaten. Ja, kleiner hatten wir es nicht… Wir wollten mit der Breite des Programmangebots – immerhin rund 90 Angebote an den beiden Tagen – nicht nur die eine Zielgruppe ansprechen, sondern für eine möglichst breite Schicht spannende Erlebnisse, Erkenntnisse und Gedanken bereithalten. Die Frage nach der Wirkung ist berechtigt. Eine Evaluation in diese Richtung steht noch aus.
Wie wurde das Thema Nachhaltigkeit konkret auf dem Festival umgesetzt?
Das ganze Festival war dem Thema „Nachhaltigkeit“ gewidmet. Sowohl auf der organisatorischen Ebene über das Catering bis hin zu Anreiseanreizen. Radfahrer*innen bekamen einen Getränkegutschein. Entscheidend war jedoch der Inhalt. Der Nachhaltigkeitsbegriff ist ja leider inzwischen etwas „albgenudelt“. Wir brauchen andere Begriffe und vor allem Formate, in denen die Menschen einen Zugang und ein neues Bewusstsein - im besten Fall eine Verbindung zur Natur – entwickeln können.
Was waren für dich persönlich die Highlights des Festivals?
Highlights neben der Programmvielfalt an sich waren für mich das Konzert vom Orchester des Wandels, das eine emotionale, künstlerische Perspektive lieferte. Aber auch die spannenden Gedanken von Fritz Habekuß und Christiane Grete zur Frage, ob die Natur Rechte hat bzw. braucht. Inspirierend fand ich auch das Gespräch mit den Unternehmerinnen, die darüber erzählten, dass ihre Geschäftsmodelle gerade deshalb erfolgreich sind, weil sie Nachhaltigkeit ins Zentrum stellen. WeTell, Rapunzel und die Brauerei Härle waren auf dem Podium vertreten.
Welche Rolle spielen Kooperationen mit Organisationen wie Acker e. V. für das Festivalkonzept?
Ohne Kooperationen wäre die Organisation und Durchführung dieses Festivals nicht möglich gewesen. Dazu ist die elobau Stiftung viel zu klein. Bei der ersten Ausgabe des GreenPulse-Festivals hatten wir noch gar nicht eng im Fokus, anderen Organisationen und Projekten, die zum Thema passen, eine Bühne zu bieten. Für die Besucher war es ein großer Mehrwert, dass es Stände gab, die weitere inhaltliche Impulse lieferten. Insofern freuen wir uns sehr, dass Acker mit der Frage auf uns zu kam und mit einem Stand auf dem Festival vertreten war. Ich konnte beobachten, dass an den Ständen oft rege Gespräche geführt wurden. Es war also wichtig und richtig, diese kleine Projektausstellung zu haben. Zur Idee des GreenPulse-Festivals gehört es, dass es sich auch als Plattform versteht, die von vielen Menschen bespielt werden kann.
Welches Feedback wurde an euch bzgl. des GreenPulse Festival herangetragen? Was ist dein Fazit?
Es waren etwas über 1.000 Menschen an den beiden Tagen auf dem Gelände und die positiven Reaktionen waren zahlreich. Die Einzigartigkeit des Konzepts mit der Fülle an Angeboten wurde als „Anregungsarena“ empfunden, die eine Fortsetzung verdient. Eine vergleichbare Veranstaltung ist uns nicht bekannt. Wir denken deshalb intensiv darüber nach, dem ersten Event in diesem Jahr bereits im kommenden Sommer ein weiteres folgen zu lassen. Wir erkennen das große Bedürfnis nach Austausch, nach Inspiration und nach Erkenntnissen im Nachhaltigkeitsbereich.
Mein Fazit wäre, dass es weitere Veranstaltungen braucht, die nicht zwingend immer gleich diese Größenordnung haben müssen, die aber einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen eine Verbindung zur Natur erkennen und damit ein differenziertes Bewusstsein entwickeln. Die Verbindung zur Natur ist in unserer Gesellschaft weitgehend verloren gegangen. Formate, die neben der reinen Wissensvermittlung auch das Spüren von Zusammenhängen und Prinzipien der Kreisläufe im Fokus haben, halten wir für immer bedeutender.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft von „GreenPulse“ – und welche Rolle könnten Partner wie Acker e. V. dabei spielen?
Wenn wir uns entschließen, eine weitere Ausgabe des GreenPulse-Festivals zu organisieren, dann braucht es auch wieder Partner, die das Konzept bereichern. Das Acker-Netzwerk könnte mit Blick auf namhafte Referierende ebenso wertvoll sein wie die einschlägige Expertise und Kreativität, die neue Formate entstehen lassen können. Lasst uns im Gespräch sein.
Wir bedanken uns bei Peter Aulmann und der elobau Stiftung für das Interview!