Acker News 26. Mai 2026 Judith Holly

Gemeinsam draußen anpacken: Kinder und Jugendliche stärken ihre Zukunftskompetenzen

Jugendzentrum STUWE

Wenn junge Menschen selbst anpacken, wachsen nicht nur Gemüse, sondern auch wichtige Fähigkeiten für ihre Zukunft. Im Linzer Jugendzentrum STUWE zeigt sich, wie viel Potenzial im gemeinsamen Ackern steckt: Mit den Händen in der Erde entwickeln sich Selbstvertrauen, Teamgeist und neue Perspektiven. Durch unser Innovationsprojekt „AnpAcker*innen“ entstehen so grüne Lernorte, die jungen Menschen ermöglichen, ihre Stärken zu entdecken und Zukunft aktiv mitzugestalten. 

Am Acker im Jugendzentrum STUWE hat im April die erste Pflanzung stattgefunden. Mit großem Interesse und viel Tatendrang wurden trotz zahlreicher Regenschauer Salat, Zwiebel, Kohlrabi, Mangold, Rote Rüben, Karotten und Radieschen gepflanzt. Die Jugendlichen haben sich vom vermeintlich schlechten Wetter nicht beeindrucken lassen. Es wurden Pflanzlöcher gegraben, Saatrillen gezogen und Beetbreiten vermessen. – Die Gießkannen kamen dabei nur sparsam zum Einsatz. 

Das Jugendzentrum in Linz ist einer unserer Praxispartner unseres Innovationsvorhaben „AnpAcker*innen“. Das Pilotprojekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert, um mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Vor allem sozioökonomisch benachteiligte Familien sollen von unserer neuen außerschulischen Initiative profitieren. Im ersten Pilotjahr haben wir uns mit der stationären Kinder- und Jugendhilfe auseinandergesetzt, nun liegt der Fokus auf der offenen Kinder- und Jugendarbeit.  

Die Teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sollen durch unser Angebot wichtige Lebenskompetenzen stärken, um nachhaltige und gesunde Entscheidungen treffen zu können. Dabei begleiten wir die sozialen Einrichtungen bei der Umsetzung vor Ort auf ihrem eigenen Acker. Im Jugendzentrum in Linz finden im Laufe des Jahres auch Workshops statt, um Partizipation mit den jungen Erwachsenen zu ermöglichen: Von der Mitgestaltung der Ackerfläche über die Ackerpflege bis hin zur Gemüseverarbeitung und einem Fest, um die Ernte zu feiern. Dabei stehen die Themen der Jugendlichen, ihre Bedürfnisse und Interessen im Mittelpunkt. Der Acker ist nicht nur ein Ort um über Gemüseanbau, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit zu erfahren, sondern er ermöglicht auch soziale Kompetenzen zu stärken. Schon bei der ersten Pflanzung haben die Sozialpädagog*innen erleben können, wie sich Jugendliche beim gemeinsamen Ackern öffnen und Vertrauen aufbauen.

Langfristig soll das Ackern in den Alltag der Sozialpädagog*innen integriert werden, um sie bei ihrer wichtigen Arbeit mit jungen Erwachsenen zu unterstützen. Mithilfe unserer praxisorientierten Bildungsmaterialien ermöglichen wir eine niederschwellige und zugängliche Wissensvermittlung. Unser Ziel ist die Entwicklung eines übertragbaren Konzepts, das in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe umgesetzt werden kann. Denn nur gemeinsam schaffen wir es mehr Chancengerechtigkeit und weniger Kinder- und Jugendarmut zu erreichen. – Für eine resiliente, gerechte und gesunde Gesellschaft von morgen! 

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