Acker Porträt 16. Juli 2025 Flurina Kranz

Interview mit AckerCoachin Anna

Mit Herz, Wissen und Gummistiefeln im Einsatz: AckerCoachin Anna begleitet Kinder durch ihr Gemüsejahr. Acker Schweiz

Was macht eigentlich eine Ackercoachin?

Ackercoach*innen sind bei Acker Schweiz engagierte Personen, die Kitas, Kindergärten und Schulen dabei unterstützen, mit Kindern Gemüse anzubauen. Sie betreuen die Pflanzungen, begleiten Pädagog*innen durch die Saison und geben ihr Wissen rund um nachhaltigen Gemüseanbau weiter. Mit Schulungen und Materialien von AckerRacker und der GemüseAckerdemie ausgestattet, betreuen sie mehrere Lernorte in ihrer Region und tragen dazu bei, Kindern die Freude am Gärtnern näherzubringen.

Im folgenden Interview erzählt unsere AckerCoachin Anna aus Zürich von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und den besonderen Momenten auf dem Acker.

Wieso hast du dich entschieden, für Acker Schweiz im Einsatz zu sein?

Seit 2013 bin ich Mitglied der Solawi Wädichörbli – dort hatte ich meine erste Berührung mit dem Gemüseanbau. Es folgten ein Permakultur-Training bei Beat Rölli, ein Praktikum im Gemüsebau und später eine Ausbildung in Kräuterpädagogik. Ich war gerade dabei, mich selbständig zu machen (siehe Kräuterstunde), als der Lockdown kam. Also habe ich erst einmal gewartet und nebenbei in einer Waldspielgruppe gearbeitet. 2022 bin ich mit Kräuterwanderungen gestartet – mein Ziel war es, Menschen für die Natur zu begeistern, so wie sie mich begeistert hat. Flyer von der GemüseAckerdemie kannte ich schon länger, dachte aber immer, das sei nur für Schulen. Erst über eine Nachbarin habe ich erfahren, dass man als AckerCoachin direkt Schulen unterstützen kann – da war für mich sofort klar: Da will ich mitmachen! Und schon im ersten Jahr durfte ich mehrere Schulen begleiten.    

Was gefällt dir an den Einsätzen als AckerCoachin am besten?

Ganz klar: die Begeisterung der Kinder! Wenn sie am Schluss stolz vor den bunten Beeten stehen, ist das einfach berührend. Toll finde ich auch, wenn Kinder beim Säen selbst Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Samen entdecken – ganz nebenbei lernen sie dabei etwas über Pflanzenfamilien. Die Rolle als AckerCoachin ist sehr vielfältig: Von der Absprache mit Lehrpersonen über die Vorbereitung mit anderen AckerCoach*innen bis hin zur eigentlichen Pflanzung. Acker bietet zudem viele Weiterbildungen, mit denen ich mein Wissen stetig erweitern kann. Und das Beste: Die Methode funktioniert auch für Erwachsene. Ich habe zum Beispiel meiner Mutter geholfen, ihren Garten mit den Acker-Ideen neu zu entdecken – ganz ohne Druck, aber mit viel Freude am Gemüse.

Gab es auch mal eine Panne?

Oh ja! 2024 hatten wir eine Pflanzung bei Schnee-Regen und starkem Wind – mitten im Frühling. Einige Kinder waren zu dünn angezogen und mussten vorzeitig zurück ins Schulhaus. Am Schluss waren wir noch zu fünft, aber die hatten immerhin ihren Spass. Ein anderes Mal war der Acker bei der ersten Pflanzung völlig überwuchert. Beete gab es keine – also mussten wir erst mal jäten und Wege anlegen, bevor wir einen Teil der Setzlinge pflanzen konnten.   

Schubkarre voller Jungpflanzen

Hast du einen Lieblings-Lernort?

Ich war schon an vielen tollen Orten. Besonders geblieben ist mir eine Schule in Zürich mit einem unglaublich engagierten Lehrer. Die Kinder waren ruhig, konzentriert und haben richtig viel mitgenommen. Auch zwei kleinere Schulen haben mich beeindruckt – dort war das ganze Kollegium beteiligt. Bei einer Schule haben sie sogar die Hochbeete im Werkunterricht selbst gebaut! Solche Beispiele zeigen, wie viel möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Anna. Wir freuen uns auf viele weitere Einsätze mit dir!

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