Acker News 02. Juni 2026 Simone Nägeli

100 Gemüseäcker für Kinder

100ster aktiver Acker der Bildungsprogramme AckerRacker und GemüseAckerdemie. Kindergarten Stettfurt

In Stettfurt im Kanton Thurgau liegt ein ganz spezieller Acker: Er wird von  Kindergarten-,  Erst- und Zweitklasskindern bewirtschaftet – und ist der hundertste Gemüseacker, der im Rahmen der Bildungsprogramme AckerRacker und GemüseAckerdemie an Bildungseinrichtungen in der Schweiz genutzt wird.

In der Schweiz haben bereits über 17‘000 Kinder während eines Gartenjahres in ihrer Kita, im Kindergarten oder in der Schule ihr eigenes Gemüse angebaut. Nun ist ein neuer Meilenstein erreicht: Mit dem Acker des Kindergartens Stettfurt sind rund 100 Ackerflächen entstanden, auf denen die Kinder jedes Jahr fleissig pflanzen, säen, jäten und ernten.

Auf dem Acker in Stettfurt ackern rund 60 Kinder regelmässig – zwei Kindergartenklassen und eine 1./2. Klasse. Die drei verantwortlichen Lehrpersonen führen bereits regelmässig einen Waldtag durch und finden es wichtig, den Kindern die Natur näher zu bringen. Um den Naturkontakt noch unmittelbarer zu ermöglichen, ist schliesslich die Idee entstanden, zusätzlich einen Gemüseacker anzulegen und mit den Kindern zu gärtnern.

100. Lernort Acker Schweiz: Kindergarten Stettfurt TG

Der Kindergarten Stettfurt zeigt exemplarisch, was die Bildungsprogramme von Acker ausmacht:

1. Niederschwellig und nah: Der Gemüseacker auf einem Stück unbenutzter Wiese war im Handumdrehen angelegt und liegt direkt vor dem Kindergarten.

2. Mit allen Sinnen: Die Kinder brauchen viel Bewegung als Ausgleich, was sich positiv auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Auf dem Acker können sie den Kopf lüften und sich mit Kopf, Hand und Herz betätigen.

3. Bildung für nachhaltige Entwicklung: Im Garten erfahren die Kindergärtner und Schüler Selbstwirksamkeit in Form der eigenen Ernte, arbeiten im Team, und lernen mit Begeisterung viel über Nachhaltigkeit und Ernährung.

Es braucht mehr naturnahe Flächen!

«Was Kinder heute über Böden, Saisonalität und Ressourcenkreisläufe lernen, entscheidet darüber, wie sie morgen konsumieren», sagt Simone Nägeli, Co-Geschäftsleiterin von Acker Schweiz. «Deshalb braucht es mehr Gemüseäcker, und generell mehr naturnahe, unversiegelte Flächen – denn wo die Natur fehlt, ist es schwierig, mit ihr in Kontakt zu kommen und sich als Teil davon zu fühlen.»

Knapp 100‘000 Kinder und Jugendliche an rund 2000 Lernorten in Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein bauen allein 2026 mit den Programmen ihr eigenes Gemüse an. Zusammen arbeiten die Partnerorganisationen Acker Schweiz, Acker e. V., Acker Österreich und Ackerschaft in Liechtenstein wirkungsorientiert und wissenschaftlich fundiert an der Schnittstelle von Bildung, Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung. Unterstützt dabei wird Acker international von starken Partnern wie Stiftungen, Unternehmen, Behörden und Spender*innen.